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30.07.2020

Dieselspur

(Bugstraße und im Bereich des Bahnhofs, Herbolzheim)

Die Geschichte der Abteilung Herbolzheim


Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein gab es in den Städten und Gemeinden noch keine organisierten Feuerwehren. Im Rahmen der damals von den Gemeinden praktizierten EimerHand- und Spanndienste waren die Bürger auch im Brandfalle zur Hilfeleistung verpflichtet. Wie dies in Herbolzheim geregelt war und wer was zu machen hatte, dokumentiert eine „Feuerordnung“ vom 08. November 1732. Diese verpflichtete in erster Linie die in ihr namentlich genannten Personen. Die Personen mussten die Spritze, sowie Leitern, Feuerhaken und sonstige Gerätschaften vom Spritzenhaus an den Brandplatz schaffen und dort einsetzen. Darüber hinaus war die gesamte arbeitsfähige Bevölkerung verpflichtet, sich mit den in großer Zahl ständig bereitgehaltenen Segeltucheimern am Brandplatz einzufinden und sich an der Löschwasserherbeischaffung aus den mehr oder weniger weit entfernten öffentlichen Brunnen zu beteiligen. Bei diesen ungünstigen Wasserverhältnissen und mit den primitiven Löschgeräten kam es immer wieder vor, dass größere Brände nicht bekämpft werden konnten.

1890 Angesichts solcher Brandkatastrophen wurde die Forderung nach organisierten Feuerwehren immer massiver. Städte und Gemeinden begannen, um die Mitte des 19. Jahrhunderts, eigene Feuerwehren zu gründen. So auch in Herbolzheim. In einer Versammlung am 02. Juli 1882, unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters August Biehler, wurde die Notwendigkeit einer organisierten Freiwilligen Feuerwehr geradezu beschworen. Es erklärten auch gleich 92 der anwesenden Männer ihrem Beitritt zu einer Freiwilligen Feuerwehr. Dies war die Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehr Herbolzheim. Ein Jahr später wurde dann bereits ein durch Pferde angetriebener Mannschaftswagen angeschafft. In den folgenden Jahren folgten zwei weitere. Im Jahre 1890 wurde das erste Feuerwehrgerätehaus1922 in der Maria-Sand-Straße gebaut. Es diente knapp 85 Jahre als Unterstand für Kutschen, Anhänger und Fahrzeuge. Das ehemalige Gerätehaus steht heute immer noch, wird aber als Narrenschopf der Herbolzheimer Karnevalsgesellschaft verwendet. 1922 wurde die erste Motorspritze angeschafft und in Betreib genommen. Die Pumpe steht heute im Verkehrsmuseum in Karlsruhe.

Durch den Zweiten Weltkrieg verlor die Feuerwehr Herbolzheim bis 1945 insgesamt 38 Kameraden, darunter auch den ehemaligen Kommandanten Adolf Häring, der bereits im Jahre 1943 fiel. Sein Nachfolger Hermann Geiger war bis 1949 Kommandant der Herbolzheimer Wehr. 1949 wurde er von Kurt Hans abgelöst. In seiner 21-jährigen Amtszeit wurden neben einem LF 15, das noch bis heute im Besitz der Feuerwehr Herbolzheim steht, einer TS 8 und zwei weiteren Löschfahrzeugen auf Unimog Fahrgestellen, angeschafft. Sein Nachfolger, Karl Maurer, konnte in seiner Amtszeit das neue Feuerwehrgerätehaus im Jahre 1973 einweihen. Neben diesem Höhepunkt wurde auch ein Löschfahrzeug des Typs LF 16 TS in diesem Jahr in Dienst gestellt. Bereits zwei Jahre später folgte die Übergabe des ersten Tanklöschfahrzeug 16/25. In diesem Jahr wurden auch die bis dato eingeständigen Ortswehren zu einer Gemeindefeuerwehr mit fünf Abteilungen zusammengefasst.

Im Jahre 1978 wurde der bisherige Kommandant durch Günther Hettenbach abgelöst. In seinen 15 Jährigen Amtszeit konnte er vier neue Fahrzeuge (1986: DLK 12-9, 1987: RW 1, 1990: LF 16 TS, 1991: ELW 1) in Empfang nehmen. Auch die 1981 gegründete Jugendfeuerwehr ist sein Werk. Er wurde von Hans-Peter Nehring im Jahr 1993 abgelöst. Auch er konnte ein weiteres Fahrzeug in den Dienst stellen: Das zweite TLF 16/25. Ab dem Jahr 2003 übernahm Martin Hämmerle sein Amt.

Ebenfalls erwähnenswert ist das im November 2004 in Dienst gestellten LF 16-12. Es rückt heute mit seiner umfangreichen, technischen Beladung nahezu zu allen Einsätzen als erstes Fahrzeug aus. Für den in die Jahre gekommenen und technisch immer mehr unzureichend ausgestatteten RW 1, wurde im Jahr 2007 ein neuer Rüstwagen in Dienst gestellt. Zusätzlich konnte im selben Jahr ein mobiler Überdruckgroßlüfter beschafft werden, um große Industrie bzw. Turn- und Festhallen zu belüften.

Bisherige Kommandanten:

Name: Karl Roßwog
Amtszeit: 1882-1913
Name: Heinrich Dörle
Amtszeit: 1913-1919
 
Name: Camill Behrle
Amtszeit: 1919-1927
Name: Albert Fetsch
Amtszeit: 1927-1932
 
Name: Fritz Kunzer
Amtszeit: 1932-1937
Name: Adolf Häring
Amtszeit: 1937-1943
 
Name: Karl Fees
Amtszeit: 1943-1947
Name: Herman Geiger
Amtszeit: 1947-1949
 
Name: Kurt Hans
Amtszeit: 1949-1970
Name: Karl Maurer
Amtszeit: 1970-1978
 
Name: Günter Hettenbach
Amtszeit: 1978-1993
Name: Hans-Peter Nehring
Amtszeit: 1993-2003
 
Name: Martin Hämmerle
Amtszeit: 2003 - 2013
Name: Tobias Tränkle
Amtszeit: 2013 - 2018
 
  Name: Timo Reinbold
Amtszeit: seit 2018
   




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